wirtschaftsweise

eine schöne petition habe ich gerade gefunden: da fordert einer, dass prognosen der wirtschaftswissenschaftlichen institute im nachhinein auf ihre treffergenauigkeit überprüft werden sollen. wer zu oft daneben schieße, solle keine weiteren aus steuermitteln finanzierten entsprechenden aufträge erhalten.

grundsätzlich kann man das vielleicht verstehen - warum soll geld in forschung (und letztendlich ist es forschung, will man doch herausfinden, ob wirtschaftsmodelle realitätskonform sind oder nicht) investiert werden, die sich offensichtlich als so praxisentfernt erweist?! nunja… politiker werden ja auch bezahlt…

aber mal im ernst: der gemeine politiker hält sich nicht im mindesten an vorgaben aus der wirtschaftswissenschaft. wenn die prognose lautet, die wirtschaft wächst unter den bedingungen a, b, x, y und z um 0,irgendwas bis 1,irgendwas prozent, dann kann man sich sicher sein, dass folgendes passiert:

der politiker
* dreht wenigstens an einer dieser stellschrauben,
* fordert den prognostizierenden gleichzeitig auf, sich auf eine konkrete zahl festzulegen (das sind modelle, mit denen gerechnet wird - da kommen immer bereiche raus und keine konkreten zahlen - man steckt nämlich annahmen hinein, die auch nicht fest sind… naja, ein ökonometriker könnte das ganz genau erklären…) und
* sagt dazu, dass er das ganz anders sieht und deswegen auch anders macht. nämlich so, wie er es damals in seinem wirtschafts- und politikstudium seiner ausbildung zum einzelhandelskaufmann gelernt hat.
wann immer die wirtschaftsweisen ihre ansichten zur wirtschaftlichen lage zum besten geben, wird ihnen artig gedankt, um im gleichen atemzug anzukündigen, dass man das alles natürlich nicht machen könne oder wolle.

wenn nur eine voraussetung geändert wird, kann hinten nicht mehr das gleiche rauskommen.
2 plus 5 minus 4 ist eben was anderes als 2 plus 4 minus 5.
obwohl es auf den ersten blick gar nicht auffällt.
klingt komisch, ist aber so.

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